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Arłoŭ

Uładzimier
1953
Lyrik
Prosa
Essay

In einem Rundtischgespräch belarussischer Intellektueller kam man 2009 übereinstimmend zu der Einschätzung, Uładzimier Arłoŭ sei der einzige Schriftsteller belarussischer Sprache, der von der Schriftstellerei leben könne. Tatsächlich erreicht er mit seinen historischen Romanen, seinen essayistischen Reisenotizen oder seinen Lyrikbänden ein größeres Publikum als viele seiner Kollegen. Und er ist ausgesprochen produktiv. Mittlerweile sind über 30 eigenständige Publikationen erschienen und in mehrere Sprachen übersetzt worden. Daher kennt man Arłoŭ auch im Ausland, besonders in Polen wird sowohl der Romancier als auch der Lyriker geschätzt. Im Jahr 2010 wurde er in Danzig für seinen Gedichtband Fähre über den Ärmelkanal (2006) unter mehreren internationalen Kandidaten als Europäischer Dichter der Freiheit ausgezeichnet. Ein hoch dotierter Literaturpreis, der Luft für neue Werke schafft.


"Ohne große Worte, mit Leichtigkeit und Ironie holt er den Alltag und die Sinnenfreuden in die weißrussische Dichtung, mit seinem eigenen, unverkennbaren, episch-erzählenden Duktus." (die horen)

 


 

geboren 1953 in Połack (Belarus)

 

Geschichtsstudium an der Belarussischen Staatsuniversität in Minsk, erste literarische Veröffentlichungen in studentischen Samisdat-Almanachen. Bis 1997 Lektor beim Verlag „Mastackaja litaratura“, dann aus politischen Gründen gekündigt. Arłoŭ lebt als freier Schriftsteller und Historiker in Minsk.

Über 30 eigenständige Publikationen (Prosa, Lyrik, historische Skizzen, Essays), in 25 Sprachen übersetzt. Teilnahme an zahlreichen internationalen Literaturfestivals, zuletzt „Magnus Ducatus Poesis“ (Vilnius-Minsk-Kiew, 2006-2009), „European Borderlands“ (Vilnius-Minsk, 2009), „Europejski poeta wolności“ (Danzig, 2010)


1993: Uładzimier-Karatkievič-Preis

1996: Francišak-Bahuševič-Preis des Belarussischen PEN-Zentrums

2010: Europejski poeta wolności

Уладзімер Арлоў
Mit wem wollen Sie nie (wieder) verglichen werden?: 

Ich möchte überhaupt nicht verglichen werden, sondern ich selbst sein und nicht einmal unwillkürlich unter irgendjemandes Einfluss geraten.

Welches pseudonym könnte Ihnen gefallen?: 

Die Pseudonymfrage habe ich schon vor langer Zeit entschieden: Ich habe immer nur unter meinem realen Namen veröffentlicht, weil er mir ganz gut gefällt. Meinen Eltern sei Dank.

Sie schreiben belarussisch. und wovon leben Sie?: 

Seit ich meinen Lektoratsposten verloren habe (siehe Vita), bin ich frei wie ein Vogel. Meinen Lebensunterhalt bestreite ich mit meinen Büchern, mit Lesungen und als Autor für verschiedene unabhängige Medien.

Weitere Informationen: 

Video: Uładzimier Arłoŭ beim Gedichtvortrag (Schwarz-Weiß-Gedichte)

 

Audio: Gedichte bei lyrikline.org. Übers. Katharina Narbutovič, Thomas Weiler (zweisprachig belarussisch-deutsch, rezitiert vom Autor)

 

Eintrag in der deutschen Wikipedia