1973
Lyrik
Prosa
Essay
Zmicier
Višnioŭ
Зміцер Вішнёў

Zmicier Višnioŭ ist in vielen Künsten zu Hause, und er beherrscht den Brückenschlag. Seine expressiven Mikrobenbilder finden sich auf Buchcovern wieder, aus einem längeren Aufenthalt im Berliner Künstlerhaus Tacheles entstand sein Roman Das Brennesselhaus (2010, dt. 2014), und in Artur Klinaŭs Roman Schalom (2011) wird er selbst zur literarischen Figur. Wo immer man sich seit Mitte der 1990er Jahre in der belarussischsprachigen Literatur bewegt, wird man früher oder später über Zmicier Višnioŭ stolpern. Er prägte die Szene mit, sei es als futuristischer Lyriker, als Mitbegründer so maßgeblicher Vereinigungen wie Bum-Bam-Lit oder Schmerzwerk, als Herausgeber der Zeitschrift „Teksty“ oder als Lektor im verdienstvollen Łohvinaŭ Verlag. Und seit 2007 schreibt er mit seinem Verlag Halijafy jenseits der schwerfälligen Staatsverlage weiter an der spannenderen Literaturgeschichte. In seinen eigenen lyrischen und sonstigen Werken ist er immer unverkennbar er selbst: „Višnioŭ scheint zur aggressiven Subjektivität verurteilt – er kann gar nicht anders“, befand sein Kollege Illa Sin.