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Razanaŭ

Aleś
1947
Lyrik

Aleś Razanaŭ geht gegen alle Widerstände still und beharrlich seinen Weg. Er schreibt, ohne je explizit politisch zu wirken, bereits 1970 in seinem ersten Gedichtband die Wiedergeburt des Belarussischen herbei. In Versetten, Quantemen, haikuhaften Punktierungen und gnomischen Zeichen führte er eindrucksvoll die poetische Kraft einer Sprache vor, die allzuoft belächelt oder als bäuerlich geschmäht wird. Er findet neue poetische Formen und prägt eine unverkennbare eigene Stimme aus. Die junge Lyrikergeneration hat in ihm ein leuchtendes Vorbild, an dem sie sich fruchtbar abarbeiten kann. „Reduktion, nicht Opulenz“ hat Ilma Rakusa als sein Motto ausgemacht und im Nachwort zu Das dritte Auge (2008) seine Quellen offengelegt: „Razanaŭ schöpft seine Inspiration in erster Linie aus volkstümlichen Legenden und Epen – sowie aus der Natur, doch holt er sich Anregung auch von der indischen Philosophie, von Heraklit, der Bibel und apokryphen (okkulten) Texten.“

 


 

geboren 1947 in Sialec im Südwesten von Belarus

 

erste Schreibversuche Anfang der 1960er Jahre, 1968 aus politischen Gründen vom Philologiestudium in Minsk relegiert, Beendigung des Studiums in Brest. Redaktionstätigkeit für verschiedene Literaturzeitschriften, von 1974-86 Lektor im Verlag Mastackaja litaratura. Seit seinem Gedichtband Wiedergeburt (1970) wird er als Vorkämpfer der sprachlichen und kulturellen Renaissance wahrgenommen. Nach zahlreichen weiteren Gedichtbänden, die häufig nur in zensierter Form erschienen können, wird er Mitte der 1990er Jahre mit Publikationsverbot belegt, längere Aufenthalte in Skandinavien, Slowenien und im deutschsprachigen Raum schließen sich an. Stipendien führten ihn unter anderem nach Berlin, Worpswede, Hannover, Bonn, Graz und Lenzburg, inzwischen lebt er wieder, produktiv wie eh und je, in Belarus.

 

Mehrere Gedichtbände liegen in deutscher Übersetzung vor.

 

1990 Janka-Kupała-Preis

 

1999 DAAD Stipendium, Berlin

2001 Hannah Arendt Stipendium, Hannover

2003 Herder-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung Hamburg


Алесь Разанаў
Mit wem wollen Sie nie (wieder) verglichen werden?: 

Vergleiche sind immer unzureichend, sogar der Vergleich mit einem früheren Selbst. Er macht das Seiende zur Immobilie. Wenn schon verglichen werden, dann lieber mit dem Kommenden, das noch nicht restlos ausgeformt und verhärtet ist.

Kurz, ich verbitte mir Vergleiche mit Denkmälern.

Welches pseudonym könnte Ihnen gefallen?: 

Ich habe schon eins, jedenfalls unterzeichne ich Autografen mit meinen Initialen: RA.

Sie schreiben belarussisch. und wovon leben Sie?: 

Ja, ich schreibe Belarussisch. Das reicht zwar nicht zum Leben, aber ich bin Vegetarier und erlaube mir, auf viele Leckerbissen zu verzichten.

Weitere Informationen: 

Video: Netz-TV-Porträt

 

Audio: Gedichte/Punktierungen bei lyrikline.org. Übers. Elke Erb, Uladsimir Tschapeha, Thomas Weiler (zweisprachig belarussisch-deutsch, rezitiert vom Autor)

 

Text: Ilma Rakusa: Ales Rasanaŭ. In: Fremdvertrautes Gelände, Bd. 2. Dresden: Thelem 2011, S. 17 ff.

 

Text: Wolfram Malte Fues: Eine kleine Geschichte vom Haiku (Mit Kommentaren zu Beispielen von Ales Rasanau, Wilhelm Bartsch und Durs Grünbein). In: die horen 237/2010, S. 165 ff.

 

Text: Ulrich M. Schmid: Punktierte Sprache. Ales Rasanaus Minimalpoesie. In: NZZ, 11.10.2008

 

Text: Ilma Rakusa: Nachwort zu "Das dritte Auge" (gekürzt), Urs Engeler Editor 2008

 

Text: Ilma Rakusa: Elementares Sprechen: Ales' Razanaŭs "Tanz mit den Schlangen". In: Osteuropa 2/2004, S. 178-180

 

Text: Sylvia Geist: Sprache, zauberkräftige Farnblüte. Ein Gespräch mit Ales Rasanaŭ. In: die horen 203/2001, S. 133-139

 

Text: Joachim Göres: Gefährliche Gedichte. Der weißrussische Schriftsteller Ales Rasanau in Hannover. In: FR 31.05.2001

 

Text: Rezension zu Zeichen vertikaler Zeit von Horst Röhling in: Mitteilungen (ABDOS), Bd. 16, 1996, 4, S. 29-30

 

Text: Walther Peter: Straße & Dorf. Der weißrussische Dichter Ales Rasanau in Potsdam. In: Die Tageszeitung / taz vom 22.11.1996, S. 32

 

Text: Elke Erb: Die Summe der Unmöglichkeiten. Porträt von Ales Rasanaŭ. In: Neue Rundschau 1/1993, S. 115-18

 

Text: Ilma Rakusa: Poetisches Wunder aus Weissrussland. In: NZZ, 12.04.1997

 

Text: Анатоль Івашчанка: Паэтыка Алеся Разанава. Між медытацыяй і рацыяй. Minsk 2008 (belarussischsprachige Monografie über Razanaŭs Poetik mit umfangreichem Literaturverzeichnis)