1979
Übersetzung
Uljana
Wolf

geboren 1979 in Berlin

 

lebt als Lyrikerin und Übersetzerin in Berlin und Brooklyn. Studium der Germanistik, Kulturwissenschaft und Anglistik in Berlin und Krakau. Seit Ende der 90er Jahre Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien u. a. in Deutschland, Polen, Belarus, Ungarn, Bulgarien, Irland, Italien, Schweden und den USA. Mitherausgeberin des Jahrbuch für Lyrik (S. Fischer 2009). Gedichtbände kochanie ich habe brot gekauft (2005), falsche freunde (2009), SONNE FROM ORT (2012) und meine schönste lengevitch (2013) bei kookbooks. Zahlreiche Übersetzungen und Nachdichtungen, vor allem aus dem Englischen und slawischen Sprachen. Mehrfach als Lyrikerin mit Preisen bedacht.

 

2009 Arbeitsstipendium des Deutschen Übersetzerfonds

 


Welchen deutschsprachigen Autor hätten Sie gern ins Deutsche übersetzt, wenn er nicht schon Deutsch schriebe?

Da sage ich: Friederike Mayröcker, ja das würde ich gerne übersetzen, und dran verzweifeln, dieser herrliche Garten Deutsch, der so wuchert und lautwandelt, in dem man sich verlieren kann und muss.

 


An welcher sprachlichen Erscheinung verzweifeln Sie beim Übersetzen aus dem Belarussischen?

Aus dem Belarussischen habe ich bisher nur auf der Grundlage von Interlinearübersetzungen gearbeitet, links und rechts auf der Schulter wisperten dann mein acht Jahre altes, lange zurückliegendes Russisch und mein anderthalb Jahre altes Polnisch. Insofern verzweifle ich vor allem daran, dass ich Belarussisch gewissermaßen im Skianzug übersetze. Eine andere mögliche Antwort wäre: Genitivkonstruktionen, am besten mit Abstrakta.

 


Sie übersetzen belarussische Literatur. Und wovon leben Sie?

Ich übersetze eigentlich vor allem aus dem Englischen, die Frage bleibt die gleiche. Es ist eine gute Frage. Ich übersetze sie jeden Tag. Manchmal in Deutschunterricht, manchmal in Nu pagadi, sajez.