1929-2013
Übersetzung
Norbert
Randow

 

Foto: Gaby Waldek ©

 

geboren 1929 in Strelitz, verstorben 2013 in Berlin

 

Slawistik-Studium mit Schwerpunkt Bulgaristik an der Humboldt-Universität zu Berlin

1962 als Assistent am Slawischen Institut der Berliner Humboldt-Universität verhaftet und wegen "staatsgefährdender Hetze" (wegen der Weitergabe des "antisowjetischen Pamphlets" Doktor Shiwago von Boris Pasternak) und "Beihilfe zur Republikflucht" zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung 1965 Berufsverbot, freier Übersetzer, Lektor und Herausgeber von belarussischer, bulgarischer, russischer und altkirchenslawischer Literatur. Überblicksdarstellungen zur belarussischen Literatur u.a. in Kindlers Literaturlexikon, Herausgabe belarussischer Anthologien in deutscher Übersetzung (Störche über den Sümpfen, 1971; Die junge Eiche, 1987). Erst nach der Wende rehabiliert, 1993 Rückkehr an die Humboldt-Universität als Gastprofessor für bulgarische und belarussische Literatur.

2003/04 gelang Randow in den Beständen der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften zu Görlitz der sensationelle Fund einer von Skaryna ins Altbelarussische übersetzten und gedruckten Bibel aus den Jahren 1518/19.

Randows Belarus-Bibliothek wurde im Juli 2014 der Leipziger Universitätsbibliothek Albertina übergeben.

 

2001 Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (Anerkennungspreis)

 

2008 Bundesverdienstkreuz am Bande

 

Nachruf von Andreas Tretner

Nachruf von Gregor Eisenhauer, Tagesspiegel, 17.01.2014

Dankesrede zum Leipziger Buchpreis (2001)

Dieter E. Zimmer über Randow in DIE ZEIT, 07.12.1990

Wolgang Knape: Der Eremit aus der Achtermannstraße. Porträt des Übersetzers und Bulgaristen Norbert Randow, MDR, 22.11.2009

Norbert Franz: Norbert Randow zum 80. Geburtstag (2010)

Ingo Petz: Schicksal und Eigensinn (2014)

Thomas Weiler: Übersetzer des Monats (2015)

Artikel von Ingo Petz über Norbert Randow (2009)

Norbert Randow bei Wikipedia