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Chadanovič

Andrej
1973
Lyrik

Gäbe es ihn nicht, man müsste ihn erfinden. Was Andrej Chadanovič in den vergangenen Jahren für die Vermittlung belarussischer Literatur und die Förderung von Nachwuchsautoren und Übersetzern geleistet hat, ist enorm. Doch auch sein direkter Beitrag in Form zahlreicher Gedichtbände (auch für Kinder) und Übersetzungen aus dem Französischen, Ukrainischen oder Polnischen bleibt dahinter nicht zurück. Seine Auftritte als Rezitator, Slammer oder Liedermacher mit Gitarre sind legendär.

 

"Er arbeitet gerne mit klassischen Versmaßen, bricht die traditionellen Schemata aber auf, indem er gänzlich neue Reimpaare setzt und seiner Lyrik den Groove von Rap und Hip-Hop verleiht." (die horen)

 

Foto: Sylwia Bernacka

 

 

geboren 1973 in Minsk

 

Literaturdozent an der Belarussischen Staatsuniversität und am Nationalen Jakub Kołas-Lyzeum, leitet eine Übersetzerwerkstatt am Belarussischen Kollegium, Vorsitzender des Belarussischen PEN-Zentrums, Mitglied des alternativen Schriftstellerverbandes, Initiator und Juror diverser Wettbewerbe für Nachwuchsschriftsteller und Poetry Slams

 

Teilnahme an zahlreichen Literaturfestivals u.a. in Kolumbien, Irland, Deutschland, Tschechien und der Ukraine, mehrfacher Sieger bei Poetry Slams im In- und Ausland

 

Chadanovičs Gedichte wurden in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt

 

1999 Preis der Zeitschrift Krynica

2006 Preis der ukrainischen Zeitschrift Sučasnist

2007 Preis der russischen Zeitschrift Sovremennaja poezija

2007 Preis "Załaty apostraf" der Zeitschrift Dziejasłoŭ

2008 Preis des Internationalen Literaturfestivals Kristal Vilenica

 

Foto: Sylwia Bernacka

Андрэй Хадановіч
Mit wem wollen Sie nie (wieder) verglichen werden?: 

Ich sehe auch die dämlichsten Vergleiche gelassen. Aber so oft wurde ich noch gar nicht verglichen. Auf Homer oder Shakespeare ist zum Beispiel noch niemand gekommen. Und leider ist auch noch keinem Kritiker eingefallen, mich mit Sappho oder Emily Dickinson zu vergleichen. Die Russen Alexander Puschkin, Wassili Schukowski und Samuil Marschak waren je einmal vertreten. Das hat mir gefallen. Häufiger waren Vergleiche mit Klassikern der belarussischen Literatur. Das hat mir anfangs auch gefallen, dann habe ich mich daran gewöhnt. Selten werde ich auch mit den Lyrikern verglichen, die ich übersetze – von den Franzosen Baudelaire und Apollinaire bis zu den ukrainischen Zeitgenossen Andruchowytsch und Zhadan. Mal muss ich darüber lachen, mal fühle ich mich geehrt. In den letzten Jahren werden meine jüngeren Kollegen mit mir verglichen, aber das ist ja deren Problem.

Welches pseudonym könnte Ihnen gefallen?: 

Ein einziges Mal habe ich das weibliche Pseudonym Daliła Samasys verwendet. Ich habe nie ernsthaft ein Pseudonym in Erwägung gezogen. Mit meinen Texten muss ich mich vor niemandem verstecken; noch bin ich nicht so schizophren, mir Doppelgänger zuzulegen; für gute Mystifizierungen fehlt mir die Fantasie; ich bin mit meinem Namen poetisch gänzlich einverstanden. Allerdings ist es mir bei den Übersetzungen meiner Texte und bei Veröffentlichungen in verschiedenen Ländern passiert, dass mein Name nach der Transliteration aus dem Kyrillischen je nach Sprache ganz unterschiedlich aussah und sogar unterschiedlich anfing: Khadanovich, Chadanowitsch, Hadanovic, Сhadanowicz, Chadanovitj usw. Das könnten alles meine Pseudonyme sein. Einen Favoriten habe ich aber nicht.

Sie schreiben belarussisch. und wovon leben Sie?: 

Ich verdiene mir tatsächlich meine Brötchen, indem ich Belarussisch schreibe und spreche. Als Literaturübersetzer, der Aufträge bekommt, die auch honoriert werden. Als Literaturdozent, der an der Universität angehende Philologen unterrichtet und Kurse für Nachwuchsübersetzer gibt. Und nicht zuletzt als Lyriker, der auftritt und publiziert. In Belarus ist die Bezahlung dafür eher symbolisch, aber ich bin immer häufiger auch im Ausland zu hören und zu lesen. Das genügt für ein bescheidenes Auskommen.

Weitere Informationen: 

Video: Andrej Chadanovič beim Gedichtvortrag (Schwarz-Weiß-Gedichte)

 

Audio: Gedichte bei lyrikline.org. Übers. André Böhm (belarussisch, deutsch und litauisch, rezitiert vom Autor)