1982
Lyrik
Essay
Maryja
Martysievič

 

geb. 1982 in Minsk

 

Studium an der Philologischen Fakultät der Belarussischen Staatlichen Universität, sowie am Belarussischen Kolleg (Philosophie und Literatur), Stipendiatin im Programm Homines Urbani der Villa Decius in Krakau (2007) und im International Writing Program der University of Iowa (2010). Arbeitet als Journalistin für Novy čas und 34mag.net.

Übersetzt Lyrik und Prosa aus dem Englischen, Polnischen, Russischen, Ukrainischen und Tschechischen ins Belarussische, nahm als Lyrikerin und Essayistin an zahlreichen internationalen Kulturfestivals in Belarus, Polen, Litauen, Deutschland, Schweden, Russland, der Slowakei und der Ukraine teil. Ihre Gedichte und Essays erschienen auch in Übersetzungen ins Ukrainische, Tschechische, Slowakische, Polnische, Litauische, Russische und Deutsche. In Belarus publiziert sie in den Zeitschriften ARCHE, Dziejasłoŭ und pARTisan.

2008 erschien Die Drachen fliegen zur Brut. Essays in Versen und Prosa, 2011 folgte der Band Die Botschaft. Eigene und fremde Gedichte, der auch Übersetzungen polnischer, ukrainischer, britischer und amerikanischer Lyriker enthält.

 

Maryja Martysievič lebt in Minsk.

 

Mit wem wollen Sie nie (wieder) verglichen werden?

Mit Vasil Bykaŭ. Ich bin zwar noch nicht oft verglichen worden, aber der Vergleich mit Bykaŭ hat mir nicht gefallen, weil der Autor dieses Vergleichs auf die "Stimme der Generation" und "moralische Autorität" hinauswollte. Mit moralischen Autoritäten ist das so eine Sache. Ein anderer Vergleich hat mir da schon besser gefallen. Eine Kritikerin hat einmal gesagt, ich wäre wie das Kind aus dem Andersen-Märchen "Des Kaisers neue Kleider", das ruft, der König sei nackt, während alle anderen aus unterschiedlichen Gründen schweigen. Ja, ich glaube, that’s what I do.

Welches pseudonym könnte Ihnen gefallen?

Ich habe mal nachgezählt,dass ich es in meiner Laufbahn als Journalistin schon auf stolze sieben Pseudonyme gebracht habe. Mein liebstes ist Šura Lepiel. Šura wurde meine Mutter als Kind genannt, und Lepiel heißt die Stadt auf halber Strecke in ihre Heimat. Es ist ein Unisex-Pseudonym, das auf Autoren jeglichen Geschlechts passt. Und es klingt für belarussische Ohren sehr vertraut, wie das Pseudonym eines jüdischen Schriftstellers mit belarussischen Wurzeln. Die Idee zu diesem Pseudonym verdanke ich Isaac Bashevis Singer. In einem seiner Romane gibt es eine Betty Slonim.

Sie schreiben belarussisch. und wovon leben Sie?

Ich bin das, was man im Englischen "creative writer" nennt. Ich verdiene mir mein Geld mit Beiträgen und Rezensionen für verschiedene Periodika, mit Übersetzungen und als Lektorin, aber auch als Kulturmanagerin. Wie auch immer, ich lebe davon, dass ich Belarussisch schreibe.

Weitere Informationen

Video: Maryja Martysievič beim Gedichtvortrag (Schwarz-Weiß-Gedichte)

 

Audio: Gedichte bei lyrikline.org. Übers. Uljana Wolf, Martina Jakobson, Thomas Weiler (zweisprachig belarussisch-deutsch, rezitiert von der Autorin)